Mobilitätsgerechtigkeit bedeutet, allen Menschen – unabhängig von Einkommen, Geschlecht, Alter oder Herkunft – einen fairen Zugang zu Mobilität und damit zu gesellschaftlicher Teilhabe zu ermöglichen. Doch weltweit bestehen massive Ungleichheiten: Während der globale Norden über gut ausgebaute Verkehrsnetze und vielfältige Mobilitätsoptionen verfügt, leiden Menschen im globalen Süden unter mangelnder Infrastruktur, hoher Kostenlast und eingeschränkter Erreichbarkeit.
Auch innerhalb Europas zeigen sich Stadt-Land-Gefälle, geschlechtsspezifische Benachteiligungen (Frauen nutzen häufiger öffentliche Verkehrsmittel, sind aber in Planungsprozessen unterrepräsentiert) und soziale Exklusion (einkommensschwache Haushalte sind oft von Mobilitätsarmut betroffen). Gleichzeitig ist Mobilität eng mit Rohstoffabhängigkeiten verknüpft: Die Elektromobilität, als Hoffnungsträger der Klimawende, benötigt kritische Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder Kupfer, deren Abbau oft im globalen Süden stattfindet – mit schweren ökologischen und sozialen Folgen für lokale Gemeinschaften. Begriffe wie „grüner Kolonialismus“ oder „grüne Opferzonen“ verdeutlichen die Gefahr, dass die Mobilitätswende im Norden neue Ungerechtigkeiten im Süden schafft.
