Das Informationsblatt „Seltene Erden: Umkämpfte Rohstoffe der Zukunft“ von Andreas Müller und René Schuster erschien 2023 bei Südwind. Es besteht aus zwei Teilen, die sich ergänzen.
Teil A: Menschenrechtsverletzungen und Umweltauswirkungen
Teil A erklärt, was Seltene Erden sind – siebzehn chemische Elemente, die weder besonders selten noch „Erden“ sind – und wo sie eingesetzt werden: in Dauermagneten für E-Autos und Windräder, aber ebenso in Katalysatoren, Poliermitteln, Medizintechnik und Militärtechnik. Rund ein Drittel des Bedarfs entfiel 2020 auf Magnete; vom weltweit verwendeten Neodym wanderten 2019 noch 57 Prozent in Pkw mit Verbrennungsmotor und nur fünf Prozent in E-Autos. Die Erzählung, allein die Energie- und Verkehrswende treibe die Nachfrage, greift also zu kurz. Ein eigener Abschnitt widmet sich dem Rebound-Effekt: Effizienzgewinne verpuffen, wenn sie zum Anlass genommen werden, mehr Geräte zu bauen.
Teil B: Fallstudie Madagaskar
Teil B begleitet den Widerstand gegen ein Bergbauprojekt auf der Halbinsel Ampasindava im Nordwesten Madagaskars – Lebensraum für 33.000 Menschen und ein Biodiversitäts-Hotspot, in dem 80 Prozent der Pflanzen nur auf Madagaskar und acht Prozent nur auf dieser Halbinsel vorkommen. 900 Quadratkilometer stehen unter Naturschutz, auf weiteren 238 plant die Firma Tantalum Rare Earth Madagascar ein Abbauprojekt. Die Fallstudie stützt sich auf Recherchen der Organisationen CRAAD-OI und WoMin.
