Der Bericht wurde vom Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik der TU Wien erarbeitet (Barbara Laa, Ulrich Leth) und ist Teil des Projekts „Mobilität in der 7-Tonnen-Zukunft“ der AG Rohstoffe. Bezugspunkt ist das Ziel der österreichischen Kreislaufwirtschaftsstrategie, den Material-Fußabdruck bis 2050 auf sieben Tonnen pro Kopf und Jahr zu senken.
Die Studie verknüpft vier Szenarien zur Entwicklung von Mobilitätsverhalten und Fahrzeugflotte mit Daten zum Rohstoffbedarf: von der Fortschreibung aktueller Trends über „Green Growth“ bis zu einem Suffizienz-Szenario mit deutlich verändertem Mobilitätsverhalten.
Kernergebnisse
- Elektrifizierung senkt den Bedarf an fossilen Rohstoffen, erhöht aber jenen an kritischen Metallen wie Lithium, Nickel und Kobalt.
- Anzahl der Fahrzeuge: Jeder neue Pkw verursacht erheblichen Materialeinsatz – ein sinkender Motorisierungsgrad trägt wesentlich zur Reduktion bei.
- Mobilitätsverhalten: Der Umstieg auf öffentlichen Verkehr, Rad und Fußverkehr senkt sowohl die Zahl der benötigten Pkw als auch den Energiebedarf.
- Fahrzeuggröße ist einer der stärksten Einflussfaktoren: Kleinere Fahrzeuge bedeuten kleinere Karosserie und kleinere Batterie.
- Recycling entlastet deutlich bei kritischen Materialien – vorausgesetzt, hohe Quoten werden früh und ambitioniert umgesetzt.
Was die AG Rohstoffe daraus ableitet
Das begleitende Positionspapier übersetzt die Szenarien in Forderungen: ein Kreislaufwirtschaftsgesetz mit gesetzlich verankerten Reduktionszielen, Sektorzielen und einem Ressourcenbudget; die Abschaffung von Steuervorteilen für Dienstwagen sowie des Dieselprivilegs; den Ausbau des öffentlichen Verkehrs besonders im ländlichen Raum; Größen- und Gewichtsbeschränkungen bei Zulassung und Parkraummanagement; und eine Just Transition für die Beschäftigten der Automobilindustrie.
